Weiterbildungsminister Konrad Wolf informiert sich über Umsetzung des Präsenzunterrichts

Schrittweise können die Weiterbildungseinrichtungen in Rheinland-Pfalz wieder öffnen. Die noch immer anhaltende Corona-Pandemie erfordert dabei ein Umdenken bei Bildungsangeboten und Kursstrukturen. Weiterbildungsminister Konrad Wolf besuchte die Kreisvolkshochschule (KVHS) Mainz-Bingen und informierte sich bei der Vorsitzenden der KVHS, Landrätin Dorothea Schäfer, und der Leiterin der KVHS, Monika Nickels, über die Anforderungen und die Umsetzung des Unterrichts.

„Die Schließung der Kreisvolkshochschulen und ihrer Außenstellen in Rheinland-Pfalz hat die Lehrenden und Lernenden vor große Herausforderungen gestellt. Es ist schön zu sehen, dass die KVHS sich bereits zuvor in Richtung Digitalisierung orientiert hat und nun einen wahren Digitalisierungsschub erlebt. In etlichen Bereichen wurden die Präsenzkurse auf ein Onlineformat umgestellt und ich bin von dieser Vielfalt der Kurse und Themen, die nun als Online-Angebot vorliegen, wirklich beeindruckt. Diese Angebote haben mir auch noch einmal gezeigt, wie sehr auf aktuelle Erfordernisse und Themen bzw. Bildungsbedarfe der Teilnehmenden eingegangen wurde“, lobte Wolf das Engagement der Kursleitenden und Mitarbeitenden.

Seit dem 13. Mai dürfen die Weiterbildungseinrichtungen unter Einhaltung der Hygiene- und Schutzkonzepte wieder Unterricht anbieten. Die wichtigen Weiterbildungsmaßnahmen der zweiten Chance, z. B. Nachholen des Hochschulabschlusses, waren bereits seit dem 3. Mai durch eine Ausnahmeregelung wieder gestattet worden. Für die Wiederaufnahme des Präsenzunterrichtes benötigte die KVHS einen Hygieneplan. Dieser regelt unter anderem den Abstand und die maximale Anzahl an Teilnehmerinnen und Teilnehmern einer Lerneinheit. Ebenso ein „Rechtsgehgebot“, falls die Einbahnstraßenregelung nicht umgesetzt werden kann. Er orientiert sich am „Hygieneplan-Corona für die Schulen in Rheinland-Pfalz“ der Landesregierung.

„Zwar sind die rheinland-pfälzischen Volkshochschulen bereits seit geraumer Zeit auch mit einem Online-Angebot auf dem Weiterbildungsmarkt präsent. Bedingt durch die Corona-Krise jedoch mussten wir unsere digitalen Aktivitäten schnell und deutlich erhöhen, um unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer weiterhin mit Weiterbildungsangeboten versorgen zu können. Glücklicherweise nutzen wir seit einem Jahr die bundesweite und vhs-eigene vhs.cloud, so dass wir technisch sehr gut ausgerüstet sind und unser Online-Angebot direkt ausbauen konnten. Dieses breite Angebot auf die Beine zu stellen hat viel Kraft gekostet, hat sich aber gleichzeitig sehr gelohnt. Die Zeit nach der Corona-Krise werden wir digital gestärkt weitermachen,“ sagte Monika Nickels, Leiterin der Kreisvolkshochschule Mainz-Bingen und stellvertretende Vorsitzende des vhs-Verbandes Rheinland-Pfalz.

Zu Beginn der Corona-Pandemie hatte sich die KVHS auf Onlineunterricht fokussiert. Ergänzend zum bestehenden Onlineangebot werden nun auch andere Kurse digital stattfinden, so etwa einige Schulabschlusskurse oder Sport- und Kochkurse. Auch Sprachkurse finden zum Teil online statt. Bereits seit drei Jahren digitalisiert die Kreisvolkshochschule Stück für Stück ihre Kurse. In einem aktuell laufenden Projekt soll das Live-Streaming-Angebot der KVHS professionalisiert werden. 

Die Vorsitzende der Kreisvolkshochschule Landrätin Dorothea Schäfer betonte, dass in einem Flächenlandkreis wie Mainz-Bingen die Kreisvolkshochschule eine wichtige Aufgabe habe, nämlich die Menschen fit zu machen für das Leben in der digitalen Welt. „Dafür sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dauerhaft, engagiert und mit vielen kreativen Ideen im Einsatz“, sagte die Landrätin.

Die Kreisvolkshochschule Mainz-Bingen zählt zu den größten Volkshochschulen in Rheinland-Pfalz. Insgesamt verfügt sie über 20 Außenstellen und hat ihren Sitz in Ingelheim. Die Landesregierung fördert das Angebot der KVHS u. a. im Bereich Schulabschlusskurse und im Rahmen von Digitalisierungsprojekten.