Staatsekretär Fabian Kirsch: Kommunen sind unverzichtbarer Partner der Impfstrategie

Rheinland-Pfalz und die Kommunen im Land haben sich auf neue Schwerpunkte der gemeinsamen Corona-Impfkampagne verständigt. „Wir haben einen Wendepunkt erreicht. Endlich gibt es ausreichend Impfstoff für alle. Deshalb passen wir die Impfkampagne an: Jetzt werden nicht mehr die Menschen zur Impfung, sondern der Impfstoff zu den Menschen kommen. Hierbei sind die Kommunen unser unverzichtbarer Partner.

Gemeinsam organisieren wir Sonderimpfaktionen für junge Erwachsene, schicken Impfbusse in Stadtteile mit geringer Impfquote und bieten ab August ‚Impfen to go‘ in den Impfzentren an. Noch nie war Impfen so leicht: Hingehen, Personalausweis zeigen, nach einem kurzen Aufklärungsgespräch die Schutzimpfung bekommen. Ich hoffe, dass ganz viele, die bislang gezögert haben, sich jetzt für eine Impfung entschließen“, sagte der Chef der Staatskanzlei, Staatssekretär Fabian Kirsch, heute in Mainz nach einer Videoschaltkonferenz mit den Vertreterinnen und Vertretern der Kommunen im Land. 

Land und Kommunen setzten auf kreative und lokal zugeschnittene Konzepte für den Impferfolg. Keiner kenne sein Viertel, seine Region besser als die Entscheiderinnen und Entscheider vor Ort, so Fabian Kirsch weiter. Gemeinsam habe man überlegt, wie man diejenigen ganz gezielt nochmals mit Informationen versorgen könne, die sich bislang nicht für eine Impfung entschieden hätten. Dabei handele es sich keineswegs durchweg um Impfgegner. Viele Menschen hätten auf Rücksicht auf diejenigen gewartet, die zunächst dringender eine Impfung brauchten, andere hätten möglicherweise den bürokratischen Aufwand gescheut, waren sich die kommunalen Vertreterinnen und Vertreter und der Chef der Staatskanzlei einig. Wichtig sei jetzt, dass alle Akteure genau hinschauten, wo sich Hotspots entwickeln, wo die Impfquote im Vergleich noch niedrig sei oder Menschen aus unterschiedlichen Gründen bisher nur schlecht oder gar nicht Zugang zur Impfkampagne erhalten hätten „Bei der Bekämpfung der Pandemie arbeiten Land und Kommunen erfolgreich zusammen. Ohne die Kommunen wäre vieles nicht möglich gewesen. Das gilt seit Beginn der Maßnahmen vor rund 16 Monaten, sei es bei der Umsetzung der Notbetreuung in den Kindergärten, bei der Kontaktnachverfolgung über die örtlichen Gesundheitsämter und natürlich beim Aufbau der Impfzentren oder der Infrastruktur zur breit angelegten Teststrategie. Dafür sage ich ganz herzlichen Dank an alle, die dazu beigetragen haben, dass wir die dritte Welle brechen konnten“, so der Chef der Staatskanzlei.

Die kommunalen Spitzenverbände begrüßen die Impfaktionen vor Ort. „Schnell und mehr impfen ist der einzige Weg, wenn wir weitere Lockdowns aufgrund einer drohenden vierten Welle verhindern wollen. Deswegen müssen wir jetzt vor Ort bei unseren Bürgerinnen und Bürgern immer wieder Überzeugungsarbeit leisten. Die erleichterten Impfangebote sind da ein wichtiger Baustein“, sagte Dr. Karl-Heinz Frieden, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Gemeinde- und Städtebundes Rheinland-Pfalz.

„Die Nachfrage der Bevölkerung in den Impfzentren ist merklich zurückgegangen, sodass auf mobile Maßnahmen zurückgegriffen werden sollte“, so Geschäftsführender Direktor Burkhard Müller, Landkreistag Rheinland-Pfalz. Die geplanten Maßnahmen sind in der Steuerungsgruppe Impfen des Landes Rheinland-Pfalz übereinstimmend abgesprochen und von allen beteiligten Stellen begrüßt worden. Gerade die Flutkatastrophe im Norden des Landes Rheinland-Pfalz zeigt die Notwendigkeit auf, Impfungen vor Ort anzubieten.

„Die Menschen nehmen die örtlichen Impfangebote an - das zeigt sich in den bereits vorliegenden Zahlen, die aus den Impfaktionen in den kreisfreien Städten vorliegen; die Impfquote in Rheinland-Pfalz lässt sich nur dadurch erhöhen“, so der Geschäftsführende Direktor des Städtetages, Michael Mätzig.

Auch Denis Alt, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit, lobte die gute Zusammenarbeit mit der kommunalen Familie: „Dank der engen und vertrauensvollen Kooperation zwischen Land und Kommunen haben wir die Impfkampagne bisher erfolgreich vorangebracht. Mehr als 2,5 Millionen Menschen in Rheinland-Pfalz haben bereits eine Erstimpfung, davon mehr als 1,9 Millionen eine Zweitimpfung erhalten. Das ist der Erfolg von vielen. Jetzt kommen wir in eine neue Phase. Wir erleichtern den Zugang zur Impfung und gehen dorthin, wo die Menschen sind. So machen wir den terminfreien Besuch in den Impfzentren ab 1. August möglich und werden zusätzliche Sonderimpfaktionen vor Ort mit dem Deutschen Roten Kreuz in Stadtteilen oder vor Supermärkten oder den Tafeln durchführen.“