Lage in den Krankenhäusern ist ernst – Rheinland-Pfalz ist gut gerüstet für Herausforderungen

„Die Krankenhäuser sind für die dritte Welle insgesamt gut vorbereitet und ein Großteil der medizinischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Krankenhäuser ist bereits zweifach geimpft – dennoch gilt es dringend, die Infektionsdynamik erheblich zu verlangsamen, um eine Überforderung des Gesundheitssystems zu vermeiden“, sagte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler am Mittwoch bei einer Pressekonferenz mit Experten aus dem Krankenhauswesen. Die Entwicklung in den Krankenhäusern ist ernst: Aktuell haben die rheinland-pfälzischen Krankenhäuser wieder einen kontinuierlichen Anstieg an COVID-19-Patientinnen und -Patienten zu verzeichnen.

Die Ministerin betonte, durch den massiven Ausbau von Intensivbeatmungskapazitäten in Rheinland-Pfalz sind die Krankenhäuser trotz der großen Herausforderungen gut gerüstet. Rheinland-Pfalz hat die Intensivbetten seit dem Beginn der Pandemie deutlich, um mehr als 500 Betten, aufgestockt. Aktuell stehen mehr als 1.600 Intensivbetten zur Verfügung. Zudem könnten innerhalb von 7 Tagen zusätzliche 433 Intensivbetten in den Notbetrieb genommen werden.

Dr. Anselm Gitt, Studienleiter des COVID-19-Registers Rheinland-Pfalz stellte Ergebnisse des Registers sowie eine Prognose für die weitere Entwicklung der Infektionen und stationären Fällen in Rheinland-Pfalz vor. Die aktuellen Belegungszahlen im stationären Bereich entsprechen dem Maximum der ersten Pandemie-Welle im Frühjahr 2020. Dazu sind neue Unberechenbarkeiten aufgrund der Virusmutationen aufgetreten: Auch in Rheinland-Pfalz hat sich mittlerweile die britische Virusmutante durchgesetzt, die sich schnell verbreitet und auch viele jüngere Personen mit schweren Krankheitsverläufen betrifft. „Die stetige Zunahme der SARS-CoV-2-Neuinfektionen und die Dominanz der britischen Virusmutation lässt eine dritte Pandemiewelle mit einer erwarteten Anzahl von stationär behandlungsbedürftigen SARS-CoV-2-Patienten bis Mitte April 2021 auf dem Niveau des Maximums der zweiten Pandemiewelle erwarten“, sagte Dr. Gitt.

Rheinland-Pfalz setzt außerdem weiterhin auf die enge und ausgezeichnete Zusammenarbeit mit den Krankenhäusern. „Die Bildung regionaler Netzwerke mit den Krankenhäusern der Maximalversorgung im Zentrum, die die Koordinierung der Versorgung in der Versorgungsregion übernehmen, ist das Herzstück des rheinland-pfälzischen COVID-19-Versorgungskonzepts – ein Konzept, das sich in den letzten Monaten sehr bewährt hat“, unterstrich Ministerin Bätzing-Lichtenthäler.

Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, medizinischer Vorstand und Vorstandsvorsitzender der Unimedizin Mainz, stellte die Zusammenarbeit der Krankenhäuser im rheinland-pfälzischen Netzwerk vor: „Innerhalb der regionalen Netzwerke der fünf Versorgungsgebiete in Rheinland-Pfalz arbeiten die Krankenhäuser sehr eng und sehr gut zusammen. Über die koordinierenden Krankenhäuser der einzelnen Versorgungsregionen erfolgt landesweit eine regelmäßige Abstimmung. Damit sind wir in der Lage, regionale Engpässe auszugleichen und fachliche Fragen und Antworten schnell im Netzwerk weiterzugeben.“ Über die Landesgrenzen hinaus gebe es zudem eine Abstimmung mit den Nachbarländern, letztlich auch auf europäischer Ebene. „Die bisherigen Erfahrungen in Rheinland-Pfalz zeigen, dass es auch gut gelingt, die Belastungen für die Krankenhäuser innerhalb der Netzwerke zu verteilen. In Rheinland-Pfalz tragen Krankenhäuser aller Versorgungsstufen bestmöglich zur Versorgung von SARS-CoV-2-Patienten bei“, betonte Professor Dr. Pfeiffer.

„Angesichts der aktuellen Infektions- und Patientenzahlen ist es essentiell, dass wir weiterhin alle Kontakte so weit wie möglich vermeiden und uns konsequent an die Abstands- und Hygieneregeln halten, damit es auch in Zukunft nicht zu einer Überlastung unseres Gesundheitssystems kommt“, appellierte die Ministerin. „Ich verstehe sehr gut, dass die Menschen ein Stück weit pandemiemüde sind. Es stimmt, dass die geltenden Regelungen, insbesondere die Kontaktbeschränkungen nach wie vor einen Einschnitt in unseren aller Alltag bedeuten. Aber sie sind weiterhin wichtig, um der Pandemie ihre Kraft zu nehmen. Im Gegensatz zu den beiden vorangegangenen Wellen verfügen wir inzwischen aber über zwei wirkungsvolle und wichtige Instrumente: Die Corona-Schutzimpfungen und ein breites Testangebot“, betonte Ministerin Bätzing-Lichtenthäler.

Zur Präsentation der Ergebnisse des COVID-19 Register Rheinland-Pfalz: https://s.rlp.de/bNuqi