Aktuell 2.839 Fälle - Bätzing-Lichtenthäler bittet um Abstimmung von Behelfseinrichtungen

Aktuell gibt es in Rheinland-Pfalz insgesamt 2.839 bestätigte SARS-CoV-2 Fälle und 22 Todesfälle. „Angesichts der dramatischen Bilder aus Italien, Spanien oder Frankreich kann ich gut nachvollziehen, dass einzelne Landkreisen und kreisfreie Städten nach Möglichkeiten suchen, um für einen „worst-case“ zusätzliche Unterbringungs- oder Behandlungskapazitäten in Behelfseinrichtungen zu schaffen," so Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler.

"Dies ist selbstverständlich in eigener Zuständigkeit möglich. Allerdings sollte, falls dort tatsächlich auch Heil- und Krankenbehandlung beabsichtigt ist, eine enge Abstimmung mit Krankenhäusern und dem Gesundheitsministerium erfolgen.“ Sie habe daher Oberbürgermeister und Landräte in Rheinland-Pfalz in einem Schreiben darum gebeten, sich mit Kranken­häusern und dem Gesundheitsministerium abzustimmen, sofern sie vorhaben, im Zuge der Corona-Krise Behelfseinrichtungen zu schaffen.

„Es werden sehr unterschiedliche Modelle diskutiert, von der Nutzung früherer Gesundheitseinrichtungen bis zu Feldbetten in Turnhallen oder Zelten. Dabei ist eine Reihe von Fragestellungen zu klären – besonders, falls dort medizinische Behandlungen erbracht werden sollen“, betonte die Ministerin.

Der Vorstandsvorsitzende und Medizinische Vorstand der Unimedizin Mainz, Professor Dr. med. Norbert Pfeiffer weist auf mögliche schnelle Verläufe bei COVID-19-Patienten hin: „Wenngleich viele Covid-19-Erkrankungen milde verlaufen, sind es insbesondere schwer vorerkrankte Patienten, bei denen eine Verschlechterung so schnell eintreten kann, dass sie von einen auf den anderen Tag eine intensivmedizinische Behandlung einschließlich einer Beatmung benötigen. Es ist daher sinnvoll, Covid-19-Patienten in einem Krankenhaus zu behandeln, in dem auch Intensivkapazitäten verfügbar sind. Eine Unterbringung von vermeintlich leicht Erkrankten in Behelfseinrichtungen ist in Rheinland-Pfalz daher weder ratsam noch notwendig. Zudem sollten Ärztliches Personal und Krankenpflegepersonal nicht durch Aufteilung auf zusätzliche Standorte geschwächt werden.“

Zunächst gilt es, die Behandlungsmöglichkeiten der Krankenhäuser zu nutzen und sie durch eine Erweiterung der Intensivkapazitäten zu stärken. In einem weiteren Schritt wird das Gesundheitsministerium die Rehabilitationskliniken mit einbeziehen. Bätzing-Lichtenthäler betonte: „Das in der letzten Woche vorgestellte Konzept zur Vernetzung der Krankenhäuser untereinander wird von den Kliniken gut angenommen, sie sind dabei, es umzusetzen. Ich freue mich, dass sich in Trier und Koblenz die Krankenhäuser sogar schon verabredet haben, die Koordinationsfunktion für das Versorgungsgebiet gemeinsam wahrzunehmen“. In das Konzept sollen auch kleinere Krankenhäuser, die aktuell nicht an der Versorgung von COVID-19-Patienten beteiligt sind, wie St. Goar/Oberwesel oder Adenau, eingebunden werden, da auch sie eine wichtige Rolle in der Patientenversorgung insgesamt spielen.

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